Freitag, 8. Januar 2016

Dramaturgie 3. Akt

-       Szene 1 – 4 Paraphrase
-       Szene 5 -6 (Graf / Käthchen / Gottschalk) Bis „Ein Anschlag auf  meine Burg? 76)

Stimme (von außen).
Macht auf! Macht auf! Macht auf!
Gottschalk.                                         Holla! – Wer ruft?
Stimme.
Ich, Gottschalk, bins; ich bins, du lieber Gottschalk!
Gottschalk.
Wer?
Stimme.   Ich!
Gottschalk.   Du?
Stimme.                 Ja!
Gottschalk.                 Wer?
Stimme.                                 Ich!
Der Graf vom Strahl (legt die Laute weg). Die Stimme kenn ich!
Gottschalk.
Mein Seel! Ich hab sie auch schon wo gehört.
Stimme.
Herr Graf vom Strahl! Macht auf! Herr Graf vom Strahl!
Der Graf vom Strahl.
Bei Gott! Das ist –
Gottschalk.                   Das ist, so wahr ich lebe –
Stimme.
Das Käthchen ists! Wer sonst! Das Käthchen
Das kleine Käthchen von Heilbronn!
Der Graf vom Strahl (steht auf).               Wie? Was? zum Teufel!
Gottschalk (legt alles aus der Hand).
Du, Mädel? Was? O Herzensmädel! Du?
        (Er öffnet die Tür.)
Der Graf vom Strahl.
Ward, seit die Welt steht, so etwas –?
Käthchen (indem sie eintritt).                     Ich bins.
Gottschalk.
Schaut her, bei Gott! Schaut her, sie ist es selbst!
Sechster Auftritt
Das Käthchen mit einem Brief. Die Vorigen.
Der Graf vom Strahl.
Schmeiß sie hinaus. Ich will nichts von ihr wissen.
Gottschalk.
Was! Hört ich recht –?
Käthchen.                           Wo ist der Graf vom Strahl?
Der Graf vom Strahl.
Schmeiß sie hinaus! Ich will nichts von ihr wissen!
Gottschalk (nimmt sie bei der Hand).
Wie, gnädiger Herr, vergönnt –!
Käthchen (reicht ihm den Brief).       Hier! nehmt, Herr Graf!
Der Graf vom Strahl (sich plötzlich zu ihr wendend).
Was willst du hier? Was hast du hier zu suchen?
Käthchen (erschrocken).
Nichts! – Gott behüte! Diesen Brief hier bitt ich –
Der Graf vom Strahl.
Ich will ihn nicht! – Was ist dies für ein Brief?
Wo kommt er her? Und was enthält er mir?
Käthchen.
Der Brief hier ist –
Der Graf vom Strahl.   Ich will davon nichts wissen!
Fort! Gib ihn unten in dem Vorsaal ab.
Käthchen.
Mein hoher Herr! Laßt bitt ich, Euch bedeuten –
Der Graf vom Strahl (wild).
Die Dirne, die landstreichend unverschämte!
Ich will nichts von ihr wissen! Hinweg, sag ich!
Zurück nach Heilbronn, wo du hingehörst!
Käthchen.
Herr meines Lebens! Gleich verlaß ich Euch!
Den Brief nur hier, der Euch sehr wichtig ist,
Erniedrigt Euch, von meiner Hand zu nehmen.
Der Graf vom Strahl.
Ich aber will ihn nicht! Ich mag ihn nicht!
Fort! Augenblicks! Hinweg!
Käthchen.                                     Mein hoher Herr!
Der Graf vom Strahl (wendet sich).
Die Peitsche her! An welchem Nagel hängt sie?
Ich will doch sehn, ob ich, vor losen Mädchen,
In meinem Haus nicht Ruh mir kann verschaffen.
        (Er nimmt die Peitsche von der Wand.)
Gottschalk.
O gnädger Herr! Was macht Ihr? Was beginnt Ihr?
Warum auch wollt Ihr, den nicht sie verfaßt,
Den Brief, nicht freundlich aus der Hand ihr nehmen?
Der Graf vom Strahl.
Schweig, alter Esel, du, sag ich.
Käthchen (zu Gottschalk).                 Laß, laß!
Der Graf vom Strahl.
In Thurneck bin ich hier, weiß, was ich tue;
Ich will den Brief aus ihrer Hand nicht nehmen!
- Willst du jetzt gehn?
Käthchen (rasch).               Ja, mein verehrter Herr!
Der Graf vom Strahl.
Wohlan!
Gottschalk (halblaut zu Käthchen da sie zittert).
                Sei ruhig. Fürchte nichts.
Der Graf vom Strahl.                             So fern dich! –
Am Eingang steht ein Knecht, dem gib den Brief,
Und kehr des Weges heim, von wo du kamst.
Käthchen.
Gut, gut. Du wirst mich dir gehorsam finden.
Peitsch mich nur nicht, bis ich mit Gottschalk sprach. –
        (Sie kehrt sich zu Gottschalk um.)
Nimm du den Brief.
Gottschalk.                     Gib her, mein liebes Kind.
Was ist dies für ein Brief? Und was enthält er?
Käthchen.
Der Brief hier ist vom Graf vom Stein, verstehst du?
Ein Anschlag, der noch heut vollführt soll werden,
Auf Thurneck, diese Burg, darin enthalten,
Und auf das schöne Fräulein Kunigunde,
Des Grafen, meines hohen Herren, Braut.
Gottschalk.
Ein Anschlag auf die Burg? Es ist nicht möglich!
Und vom Graf Stein? –

-       Szene 7 – 16 (11 und 16 streichen)  Nachtwächter, Strahl, Gottschalk, Thurneck, Käthchen, Kunigunde, Flammberg, 2 Tanten, 2 Knechte,  

Ein Nachtwächter (tritt auf und stößt ins Horn). Feuer! Feuer! Feuer! Erwacht ihr Männer von Thurneck, ihr Weiber und Kinder des Fleckens erwacht! Werft den Schlaf nieder, der, wie ein Riese, über euch liegt; besinnt euch, ersteht und erwacht! Feuer! Der Frevel zog auf Socken durchs Tor! Der Mord steht, mit Pfeil und Bogen, mitten unter euch, und die Verheerung, um ihm zu leuchten, schlägt ihre Fackel an alle Ecken der Burg! Feuer! Feuer! O daß ich eine Lunge von Erz und ein Wort hätte, das sich mehr schreien ließe, als dies: Feuer! Feuer! Feuer!
Achter Auftritt
Der Graf vom Strahl. Die drei Herren von Thurneck. Gefolge. Der Nachtwächter.
Der Graf vom Strahl. Himmel und Erde! Wer steckte das Schloß in Brand? – Gottschalk!
Gottschalk (außerhalb der Szene). He!
Der Graf vom Strahl. Mein Schild, meine Lanze!
Ritter von Thurneck. Was ist geschehn?
Der Graf vom Strahl. Fragt nicht, nehmt was hier steht, fliegt auf die Wälle, kämpft und schlagt um euch, wie angeschossene Eber!
Ritter von Thurneck. Der Rheingraf ist vor den Toren?
Der Graf vom Strahl. Vor den Toren, ihr Herrn, und ehe ihr den Riegel vorschiebt, drin: Verräterei, im Innern des Schlosses, hat sie ihm geöffnet!
Ritter von Thurneck. Der Mordanschlag, der unerhörte! – Auf! (Ab mit Gefolge.)
Der Graf vom Strahl. Gottschalk!
Gottschalk (außerhalb). He!
Der Graf vom Strahl. Mein Schwert! Mein Schild! meine Lanze.
Neunter Auftritt
Das Käthchen tritt auf. Die Vorigen.
Käthchen (mit Schwert, Schild und Lanze). Hier!
Der Graf vom Strahl (indem er das Schwert nimmt und es sich umgürtet). Was willst du?
Käthchen. Ich bringe dir die Waffen.
Der Graf vom Strahl. Dich rief ich nicht!
Käthchen. Gottschalk rettet.
Der Graf vom Strahl. Warum schickt er den Buben nicht? – Du dringst dich schon wieder auf?
(Der Nachtwächter stößt wieder ins Horn.)
Ritter Flammberg mit Reisigen. Die Vorigen.
Flammberg. Ei, so blase du, daß dir die Wangen bersten! Fische und Maulwürfe wissen, daß Feuer ist, was braucht es deines gotteslästerlichen Gesangs, um es uns zu verkündigen?
Der Graf vom Strahl. Wer da?
Flammberg. Strahlburgische!
Der Graf vom Strahl. Flammberg?
Flammberg. Er selbst!
Der Graf vom Strahl. Tritt heran! – Verweil hier, bis wir erfahren, wo der Kampf tobt!

Kunigunde von Thurneck. Die Vorigen.
Der Graf vom Strahl (empfängt sie in seinen Armen). Meine Kunigunde!
Kunigunde (schwach).
Das Bild, das Ihr mir jüngst geschenkt, Graf Friedrich!
Das Bild mit dem Futtral!
Der Graf vom Strahl.               Was solls? Wo ists?
Kunigunde.
Im Feu'r! Weh mir! Helft! Rettet! Es verbrennt.
Der Graf vom Strahl.
Laßt, laßt! Habt Ihr mich selbst nicht, Teuerste?
Kunigunde.
Das Bild mit dem Futtral, Herr Graf vom Strahl!
Das Bild mit dem Futtral!
Käthchen (tritt vor).                 Wo liegts, wo stehts?
        (Sie gibt Schild und Lanze an Flammberg.)
Kunigunde.
Im Schreibtisch! Hier, mein Goldkind, ist der Schlüssel!
(Käthchen geht.)
Der Graf vom Strahl.
Hör, Käthchen!
Kunigunde.               Eile!
Der Graf vom Strahl.       Hör, mein Kind!
Kunigunde.                                                   Hinweg!
Warum auch stellt Ihr wehrend Euch –?
Der Graf vom Strahl.                                   Mein Fräulein,
Ich will zehn andre Bilder Euch statt dessen –
Kunigunde (unterbricht ihn).
Dies brauch ich, dies; sonst keins! – Was es mir gilt,
Ist hier der Ort jetzt nicht, Euch zu erklären. –
Geh, Mädchen geh, schaff Bild mir und Futtral:
Mit einem Diamanten lohn ichs dir!
Der Graf vom Strahl.
Wohlan, so schaffs! Es ist der Törin recht!
Was hatte sie an diesem Ort zu suchen?
Käthchen.
Das Zimmer – rechts?
Kunigunde.                         Links, Liebchen; eine Treppe,
Dort, wo der Altan, schau, den Eingang ziert!
Käthchen.
Im Mittelzimmer?
Kunigunde.                   In dem Mittelzimmer!
Du fehlst nicht, lauf; denn die Gefahr ist dringend!
Käthchen.
Auf! Auf! Mit Gott! Mit Gott! Ich bring es Euch! (Ab.)

Die Vorigen, ohne Käthchen.
Der Graf vom Strahl.
Ihr Leut, hier ist ein Beutel Gold für den,
Der in das Haus ihr folgt!
Kunigunde.                               Warum? Weshalb?
Der Graf vom Strahl.
Veit Schmidt! Hans, du! Karl Böttiger! Fritz Töpfer!
Ist niemand unter euch?
Kunigunde.                           Was fällt Euch ein?
Der Graf vom Strahl.
Mein Fräulein, in der Tat, ich muß gestehn –
Kunigunde.
Welch ein besondrer Eifer glüht Euch an? –
Was ist dies für ein Kind?
Der Graf vom Strahl.               – Es ist die Jungfrau,
Die heut mit so viel Eifer uns gedient.
Kunigunde.
Bei Gott, und wenns des Kaisers Tochter wäre!
- Was fürchtet Ihr? Das Haus, wenn es gleich brennt,
Steht, wie ein Fels, auf dem Gebälke noch;
Sie wird, auf diesem Gang, nicht gleich verderben.
Die Treppe war noch unberührt vom Strahl;
Rauch ist das einzge Übel, das sie findet.
Käthchen (erscheint in einem brennenden Fenster)
Mein Fräulein! He! Hilf Gott! Der Rauch erstickt mich!
- Es ist der rechte Schlüssel nicht.
Der Graf vom Strahl (zu Kunigunden).
Tod und Teufel!
Warum regiert Ihr Eure Hand nicht besser?
Kunigunde.
Der rechte Schlüssel nicht?
Käthchen (mit schwacher Stimme). Hilf Gott! Hilf Gott!
Der Graf vom Strahl.
Komm herab, mein Kind!
Kunigunde.                               Laßt, laßt!
Der Graf vom Strahl.                               Komm herab, sag ich!
Was sollst du ohne Schlüssel dort? Komm herab!
Kunigunde.
Laßt einen Augenblick –!
Der Graf vom Strahl.             Wie? Was, zum Teufel!
Kunigunde.
Der Schlüssel, liebes Herzens-Töchterchen,
Hängt, jetzt erinnr' ich michs, am Stift des Spiegels,
Der überm Putztisch glänzend eingefugt!
Käthchen.
Am Spiegelstift?
Der Graf vom Strahl. Beim Gott der Welt! Ich wollte,
Er hätte nie gelebt, der mich gezeichnet,
Und er, der mich gemacht hat, obenein!
- So such!
Kunigunde.       Mein Augenlicht! Am Putztisch, hörst du?
Käthchen (indem sie das Fenster verläßt).
Wo ist der Putztisch? Voller Rauch ist alles.
Der Graf vom Strahl.
Such!
Kunigunde. An der Wand rechts.
Käthchen (unsichtbar).               Rechts?
Der Graf vom Strahl.                               Such, sag ich!
Käthchen (schwach).
Hilf Gott! Hilf Gott! Hilf Gott!
Der Graf vom Strahl.                       Ich sage, such! –
Verflucht die hündische Dienstfertigkeit!
Flammberg.
Wenn sie nicht eilt: das Haus stürzt gleich zusammen!
Der Graf vom Strahl.
Schafft eine Leiter her!
Kunigunde.                           Wie, mein Geliebter?
Der Graf vom Strahl.
Schafft eine Leiter her! Ich will hinauf.
Kunigunde.
Mein teurer Freund! Ihr selber wollt –?
Der Graf vom Strahl.                                   Ich bitte!
Räumt mir den Platz! Ich will das Bild Euch schaffen
Kunigunde.
Harrt einen Augenblick noch, ich beschwör Euch.
Sie bringt es gleich herab.
Der Graf vom Strahl.               Ich sage, laßt mich! –
Putztisch und Spiegel ist, und Nagelstift,
Ihr unbekannt, mir nicht; ich finds heraus,
Das Bild von Kreid und Öl auf Leinewand,
Und brings Euch her, nach Eures Herzens Wunsch.
(Vier Knechte bringen eine Feuerleiter.)
- Hier! Legt die Leiter an!
Erster Knecht (vorn, indem er sich umsieht). Holla! Da hinten!
Ein anderer (zum Grafen).
Wo?
Der Graf vom Strahl. Wo das Fenster offen ist.
Die Knechte (heben die Leiter auf).                   Oha!
Der erste (vorn).
Blitz! Bleibt zurück, ihr hinten da! Was macht ihr?
Die Leiter ist zu lang!
Die anderen (hinten).         Das Fenster ein!
Das Kreuz des Fensters eingestoßen! So!
Flammberg (der mit geholfen).
Jetzt steht die Leiter fest und rührt sich nicht!
Der Graf vom Strahl (wirft sein Schwert weg).
- Wohlan denn!
Kunigunde.               Mein Geliebter! Hört mich an!
Der Graf vom Strahl.
Ich bin gleich wieder da!
        (Er setzt einen Fuß auf die Leiter.)
Flammberg (aufschreiend).     Halt! Gott im Himmel!
Kunigunde (eilt erschreckt von der Leiter weg).
Was gibts?
Die Knechte.     Das Haus sinkt! Fort zurücke!
Alle.
Heiland der Welt! Da liegts in Schutt und Trümmern!
(Das Haus sinkt zusammen, der Graf wendet sich, und drückt beide Hände vor die Stirne; alles, was auf der Bühne ist, weicht zurück und wendet sich gleichfalls ab. – Pause.)

Käthchen tritt rasch, mit einer Papierrolle, durch ein großes Portal, das stehen geblieben ist, auf; hinter ihr ein Cherub in der Gestalt eines Jünglings, von Licht umflossen, blondlockig, Fittiche an den Schultern und einen Palmzweig in der Hand.
Käthchen (so wie sie aus dem Portal ist, kehrt sie sich, und stürzt vor ihm nieder).
Schirmt mich, ihr Himmlischen! Was widerfährt mir?
Der Cherub (berührt ihr Haupt mit der Spitze des Palmenzweigs, und verschwindet).
(Pause.)
Die Vorigen ohne den Cherub.
Kunigunde (sieht sich zuerst um).
Nun, beim lebendgen Gott, ich glaub, ich träume! –
Mein Freund! Schaut her!
Der Graf vom Strahl (vernichtet). Flammberg!
        (Er stützt sich auf seine Schulter.)
Kunigunde.                                                         Ihr Vettern! Tanten!
Herr Graf! so hört doch an!
Der Graf vom Strahl (schiebt sie von sich). Geht, geht! – – Ich bitt Euch!
Kunigunde.
Ihr Toren! Seid ihr Säulen Salz geworden?
Gelöst ist alles glücklich.
Der Graf vom Strahl (mit abgewandtem Gesicht). Trostlos mir!
Die Erd hat nichts mehr Schönes. Laßt mich sein.
Flammberg (zu den Knechten).
Rasch, Brüder, rasch!
Ein Knecht.                         Herbei, mit Harken, Spaten!
Ein anderer.
Laßt uns den Schutt durchsuchen, ob sie lebt!
Kunigunde (scharf).
Die alten, bärtgen Gecken, die! das Mädchen,
Das sie verbrannt zur Feuersasche glauben,
Frisch und gesund am Boden liegt sie da,
Die Schürze kichernd vor dem Mund, und lacht!
Der Graf vom Strahl (wendet sich).
Wo?
Kunigunde. Hier!
Flammberg.         Nein, sprecht! Es ist nicht möglich.
Die Tanten.
Das Mädchen wär –?
Alle.                                   O Himmel! Schaut! Da liegt sie.
Der Graf vom Strahl (tritt zu ihr und betrachtet sie).
Nun über dich schwebt Gott mit seinen Scharen!
        (Er erhebt sie vom Boden.)
Wo kommst du her?
Käthchen.                       Weiß nit, mein hoher Herr.
Der Graf vom Strahl.
Hier stand ein Haus, dünkt mich, und du warst drin.
- Nicht? Wars nicht so?
Flammberg.                           – Wo warst du als es sank?
Käthchen.
Weiß nit, ihr Herren, was mir widerfahren.
(Pause.)
Der Graf vom Strahl.
Und hat noch obenein das Bild.
        (Er nimmt ihr die Rolle aus der Hand.)
Kunigunde (reißt sie an sich).           Wo?
Der Graf vom Strahl.                               Hier.
Kunigunde (erblaßt).
Der Graf vom Strahl.
Nicht? Ists das Bild nicht? – Freilich!
Die Tanten.                                                 Wunderbar!
Flammberg.
Wer gab dir es? Sag an!
Kunigunde (indem sie ihr mit der Rolle einen Streich auf die Backen gibt).
                                        Die dumme Trine!
Hatt ich ihr nicht gesagt, das Futteral?
Der Graf vom Strahl
Nun, beim gerechten Gott, das muß ich sagen
- Ihr wolltet das Futtral?
Kunigunde.                             Ja und nichts anders!
Ihr hattet Euren Namen drauf geschrieben;
Er war mir wert, ich hatts ihr eingeprägt.
Der Graf vom Strahl.
Wahrhaftig, wenn es sonst nichts war –
Kunigunde.                                                     So? meint Ihr?
Das kommt zu prüfen mir zu und nicht Euch.
Der Graf vom Strahl.
Mein Fräulein, Eure Güte macht mich stumm.
Kunigunde (zu Käthchen).
Warum nahmst dus heraus, aus dem Futteral?
Der Graf vom Strahl.
Warum nahmst dus heraus, mein Kind?
Käthchen.                                                     Das Bild?
Der Graf vom Strahl.                                                   Ja!
Käthchen.
Ich nahm es nicht heraus, mein hoher Herr.
Das Bild, halb aufgerollt, im Schreibtischwinkel,
Den ich erschloß, lag neben dem Futtral.
Kunigunde.
Fort! – das Gesicht der Äffin!
Der Graf vom Strahl.                     Kunigunde! –
Käthchen.
Hätt ichs hinein erst wieder ordentlich
In das Futtral –?
Der Graf vom Strahl. Nein, nein, mein liebes Käthchen!
Ich lobe dich, du hast es recht gemacht.
Wie konntest du den Wert der Pappe kennen?
Kunigunde.
Ein Satan leitet' ihr die Hand!
Der Graf vom Strahl.                     Sei ruhig! –
Das Fräulein meint es nicht so bös. – Tritt ab.
Käthchen.
Wenn du mich nur nicht schlägst, mein hoher Herr!

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