- Szene beginnt mit Kampf Strahl vs. Theobald basierend auf 112 /113
- Eventuell Kaiser.
- Szene 12 Käthchen / Strahl
Der Graf vom Strahl (indem er sie bei der Hand nimmt, und sich setzt).
Nun denn, mein Käthchen, komm! komm her, o Mädchen!
Mein Mund hat jetzt dir etwas zu vertraun.
Käthchen.
Mein hoher Herr! Sprich! Was bedeutet mir –?
Der Graf vom Strahl.
Zuerst, mein süßes Kind, muß ich dir sagen,
Daß ich mit Liebe dir, unsäglich, ewig,
Durch alle meine Sinne zugetan.
Der Hirsch, der von der Mittagsglut gequält,
Den Grund zerwühlt, mit spitzigem Geweih,
Er sehnt sich so begierig nicht,
Vom Felsen in den Waldstrom sich zu stürzen,
Den reißenden, als ich, jetzt, da du mein bist,
In alle deine jungen Reize mich.
Käthchen (schamrot).
Jesus! Was sprichst du? Ich versteh dich nicht.
Der Graf vom Strahl.
Vergib mir, wenn mein Wort dich oft gekränkt,
Beleidigt; meine roh mißhandelnde
Gebärde dir zuweilen weh getan.
Denk ich, wie lieblos einst mein Herz geeifert,
Dich von mir wegzustoßen – und seh ich gleichwohl jetzo dich
So voll von Huld und Güte vor mir stehn,
Sieh, so kommt Wehmut, Käthchen, über mich,
Und meine Tränen halt ich nicht zurück. (Er weint.)
Käthchen (ängstlich).
Himmel! Was fehlt dir? Was bewegt dich so?
Was hast du mir getan? Ich weiß von nichts.
Der Graf vom Strahl.
O Mädchen, wenn die Sonne wieder scheint,
Will ich den Fuß in Gold und Seide legen,
Der einst auf meiner Spur sich wund gelaufen.
Ein Baldachin soll diese Scheitel schirmen,
Die einst der Mittag hinter mir versengt.
Arabien soll sein schönstes Pferd mir schicken,
Geschirrt in Gold, mein süßes Kind zu tragen,
Wenn mich ins Feld der Klang der Hörner ruft;
Und wo der Zeisig sich das Nest gebaut,
Der zwitschernde, in dem Holunderstrauch,
Soll sich ein Sommersitz dir auferbaun,
In heitern, weitverbreiteten Gemächern,
Mein Käthchen, kehr ich wieder, zu empfangen.
Käthchen.
Mein Friederich! Mein angebeteter!
Was soll ich auch von dieser Rede denken?
Du willst? – Du sagst? – (Sie will seine Hand küssen.)
Der Graf vom Strahl (zieht sie zurück).
Nichts, nichts, mein süßes Kind.
(Er küßt ihre Stirn.)
Käthchen.
Nichts?
Der Graf vom Strahl.
Nichts. Vergib. Ich glaubt, es wäre morgen.
- Was wollt ich doch schon sagen? – Ja, ganz recht,
Ich wollte dich um einen Dienst ersuchen.
(Er wischt sich die Tränen ab.)
Käthchen (kleinlaut.)
Um einen Dienst? Nun, welchen? Sag nur an.
(Pause.)
Der Graf vom Strahl.
Ganz recht. Das wars. – Du weißt, ich mache morgen Hochzeit.
Es ist zur Feier alles schon bereitet;
Am nächsten Mittag bricht der Zug,
Mit meiner Braut bereits zum Altar auf.
Nun sann ich mir ein Fest aus, süßes Mädchen,
Zu welchem du die Göttin spielen sollst.
Du sollst, aus Lieb zu deinem Herrn, für morgen
Die Kleidung, die dich deckt, beiseite legen,
Und in ein reiches Schmuckgewand dich werfen,
Das Mutter schon für dich zurecht gelegt.
- Willst du das tun?
Käthchen (hält ihre Schürze vor die Augen). Ja, ja, es soll geschehn.
Der Graf vom Strahl.
Jedoch recht schön; hörst du? Schlicht aber prächtig!
Recht, wies Natur und Weis in dir erheischt.
Man wird dir Perlen und Smaragden reichen;
Gern möcht ich daß du alle Fraun im Schloß,
Selbst noch die Kunigunde überstrahlst. –
Was weinst du?
Käthchen. – Ich weiß nicht, mein verehrter Herr.
Es ist ins Aug mir was gekommen.
Der Graf vom Strahl. Ins Auge? Wo?
(Er küßt ihr die Tränen aus den Augen.)
Nun komm nur fort. Es wird sich schon erhellen.
- Szene 13 / 14 Hochzeit. (Strahl / Käthchen)
Der Graf vom Strahl. Halt hier, mit dem Baldachin! – Herold, tue dein Amt!
Der Herold (ablesend). »Kund und zu wissen sei hiermit jedermann, daß der Reichsgraf, Friedrich Wetter vom Strahl, heut seine Vermählung feiert, mit Katharina, Prinzessin von Schwaben, Tochter unsers durchlauchtigsten Herrn und Kaisers. Der Himmel segne das hohe Brautpaar, und schütte das ganze Füllhorn von Glück, das in den Wolken schwebt, über ihre teuren Häupter aus!«
Kunigunde (zu Rosalie). Ist dieser Mann besessen, Rosalie?
Rosalie. Beim Himmel! Wenn er es nicht ist, so ist es darauf angelegt, uns dazu zu machen. –
Burggraf von Freiburg. Wo ist die Braut?
Ritter von Thurneck. Hier, ihr verehrungswürdigen Herren!
Freiburg. Wo?
Thurneck. Hier steht das Fräulein, unsere Muhme, unter diesem Portal!
Freiburg. Wir suchen die Braut des Grafen vom Strahl. – Ihr Herren, an euer Amt! Folgt mir und laßt uns sie holen.
(Burggraf von Freiburg, Georg von Waldstätten und der Rheingraf vom Stein, besteigen die Rampe und gehen ins Schloß.)
Die Herren von Thurneck. Hölle, Tod und Teufel! Was haben diese Anstalten zu bedeuten?
Vierzehnter Auftritt
Käthchen im kaiserlichen Brautschmuck, geführt von Gräfin Helena und Fräulein Eleonore, ihre Schleppe von drei Pagen getragen; hinter ihr Burggraf von Freiburg usw. steigen die Rampe herab.
Graf Otto. Heil dir, o Jungfrau!
Ritter Flammberg und Gottschalk. Heil dir, Käthchen von Heilbronn, kaiserliche Prinzessin von Schwaben!
Volk. Heil dir! Heil! Heil dir!
Herrnstadt und von der Wart (die auf dem Platz geblieben). Ist dies die Braut?
Freiburg. Dies ist sie.
Käthchen. Ich? Ihr hohen Herren! Wessen?
Der Kaiser. Dessen, den dir der Cherub geworben. Willst du diesen Ring mit ihm wechseln?
Theobald. Willst du dem Grafen deine Hand geben?
Der Graf vom Strahl (umfaßt sie). Käthchen! Meine Braut! Willst du mich?
Käthchen. Schütze mich Gott und alle Heiligen! (Sie sinkt; die Gräfin empfängt sie.)
Der Kaiser. Wohlan, so nehmt sie, Herr Graf vom Strahl, und führt sie zur Kirche!
(Glockenklang.)
Kunigunde. Pest, Tod und Rache! Diesen Schimpf sollt ihr mir büßen! (Ab, mit Gefolge.)
Der Graf vom Strahl. Giftmischerin!
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