Montag, 28. September 2015

Bildergalerie














»Der Schauspieler muss die Rolle uneingeschränkt 
ernstnehmen, sonst gerät die fragile Balance 
des Ganzen außer Kontrolle«














Figuren


Spielerinnen und Spieler

Die Rhapsod*innen

                   
                     Silja Mützenberg          Bea Graber           Ayla Florin             Laura Shaw

                 
                        Michelle Panza       Elena Fuchs            Dominik Seitz      Mary-Jane Isenegger


Die Käthchens (voll verstrahlt)

             
Sarah Liebert (I. Akt)   Janice Stocker (III)     Olivia Klein (IV)        Cathrin Dux (V)


Graf Friedrich Wetter vom Strahl

         
David Weber (I)    Christoph Bergman(II) Deniz Andreani (III)     Jan Birich (IV)     Armin Schmutz (V)


Kunigunde von Thurneck

            
Silja Mützenberg (II)             Khaleda Darwudi (III)          Natasa Trivkovic (V)


Theobald Friedeborn (Käthchens Vater)

Andrin Jörimann


zwei von den Guten (The United Strahls)

        
                                                     Jessica Meier als           Deborah Erhardt als
                                                    Knecht Gottschalk           Ritter Flammberg

drei von den Bösen (The Kunigunde Boys)

                          
                            Daniel Petrovic                  Nele Zemke                 Mary-Jane Isenegger
                           Ritter Wetzlaf &          Georg von Waldstätten       Burggraf von Freiburg
                         Ritter von Thurneck

des Kaisers Leute (VIPs)

                                   
                  Annina Sigg           Michelle Panza               Dominik Seitz                 Nele Zemke          
                     Kaiser               Graf Otto von der Flühe Hans von Bärenklau   Wenzel von Nachtheim

Fünfter Akt: Übersicht und Struktur

Fünfter Akt

mehrere Schauplätze

erster Schauplatz: Freier Platz vor der kaiserlichen Burg, Thron, Schranken des Gottesgerichts (!)


V,1
im Zentrum: 1. Anklage und Zweikampf (ca. 4 Seiten)


Der Kaiser klagt den Grafen an:
1. er habe Theobald die Tochter geraubt
2. er phantasiere (die Sache mit dem Engel/Cherub, der ihm im Traum erschienen sei)
3. er mache Andeutungen, dass Käthchen ein Bastard des Kaisers sei (d.h. der Kaiser habe mit ihrer Mutter deren Mann Theobald betrogen)
Graf Wetter vom Strahl widerruft zunächst.
Als Theobald ihn daraufhin einen Heuchler nennt, kehrt der Graf zu seiner ursprünglichen Aussage zurück (Widerruf des Widerrufs): Der Cherub habe ihm geweissagt, dass Käthchen die Tochter des Kaisers sei.

Der Kaiser fordert die beiden Männer zum Zweikampf auf.
Der Ausgang dieses Duells gilt als Gottesurteil, d.h. der Sieger wird von Gott geschützt, weil er die Wahrheit sagt.
Graf Wetter vom Strahl siegt problemlos über Theobald, verschont sein Leben aber.
Der Kaiser zieht sich eilig zurück.


zweiter Schauplatz: Zimmer im Schloß


V,2
im Zentrum: Monolog des Kaisers (ca. 1 Seite)


Das Gottesurteil hilft dem Kaiser dabei, sich zu erinnern.
Er weiß, dass der Graf Recht hat und Käthchen seine Tochter ist, Prosukt einer rauschhaften Nacht an einem Volksfest in Heilbronn.


V,3 bis V,9 Auflösung des Rätsels um Kunigunde (ca. 6 Seiten)


V,3 Drei Ritter reden über Kunigundes Geheimnis


Flammberg berichtet von Kunigundes Absicht, Käthchen zu vergiften.
Der Burggraf von Freiburg klärt ihn auf: Kunigunde ist im Grunde eine Art Iron Lady, ein ein Freak: ein Gesamtkunstwerk mit jeder Menge Prothesen, die sie hübsch machen.
Georg von Waldstätten trägt Flammberg auf, der Graf vom Strahl solle Kunigunde vor der Morgentoilette überraschen, wenn sie noch nicht zurechtgemacht resp. zusammengesetzt ist.


dritter Schauplatz: Kunigundens Zimmer


V,4 Graf vom Strahl, Rosalie, Kunigunde

Der Graf vom Strahl erhascht einen Blick auf Kunigundes Gestalt in Reinform und erstarrt.. gruselgrusel


V,5 Graf vom Strahl, Rosalie

Rosalie versucht die Situation zu retten: dass sei nicht Kunigunde, sondern Rosalies Stiefmutter.

V,6 Graf vom Strahl

Der Graf vom Strahl ist zerknirscht, sieht sich betrogen.


V,7  bis V,9 Graf vom Strahl, Kunigunde, Rosalie

Der Graf vom Strahl prüft Kunigundes Erscheinung, sie ist nun zurechtgemacht.
Die Hochzeit sollte tags darauf stattfinden, doch Kunigunde erkennt, dass etwas nicht stimmt.
Auf Rosalies Frage nach Käthchen tut der Graf so, als sei sie gestorben, der Giftanschlag soll als geglückt gelten.

Alleine mit Rosalie klagt Kunigunde, dass er sie entlarvt hat und wünscht sich den Tod, Rosalie versucht sie vergeblich zu trösten.

V,10 bis V,12 Happy End (ca. 6 Seiten)



vierter Schauplatz: Höhle

V,10 Ortswechsel (Happy-End I)

die wichtigen Männer des Kaisers (darunter der Kaiser selbst in Verkleidung) erklären Käthchen (in Begleitung von Gottschalk), dass der Kaiser eine Botschaft habe, die sie im Schloß vernehmen solle, wo sie nun hingebracht wird.


fünfter Schauplatz: im Schloß

V,11 Käthchen = Katharina von Schwaben (Happy-End II)

Der Graf vom Strahl liest die kaiserliche Erklärung, Käthchen heißt jetzt Katharina von Schwaben.
Der Kaiser gibt sich zu erkennen, Käthchen umarmt ihn als ihren wahren Vater.
Der Graf vom Strahl bekommt sie zur Frau, Theobald wird bei ihnen wohnen.


V,12 die beiden knutschen rum (Happy-End II)

jede Menge Süßholzgeraspel
Käthchen weint zaghaft vor Freude


sechster Schauplatz: Schloßplatz

V, 13 & V,14 (zwei Seiten)

Hochzeit
Glamour
die böse Hexe Kunigunde schwört Rache 


Vierter Akt: Übersicht und Struktur

Vierter Akt

mehrere Schauplätze

erster Schauplatz: Gebirge, Wasserfälle, Brücke


IV,1
im Zentrum: Käthchen und Gottschalk, sie ziert sich, den Rock anzuheben (ca. 3 Seiten)


Der Graf vom Strahl und seine Leute verfolgt den Rheingrafen vom Stein. Ein Fluß trennt die bedien Parteien.
Käthchen ist ihnen gefolgt und stellt sich nun ziemlich an, als es darum geht, den Fluß zu durchqueren. Sie reicht Gottschalk das Futteral, das sie aus der Asche der Burg geholt hat.
Es enthält eine Schenkungsurkunde: Graf vom Strahl hatte Kunigunde darin die Burg Stauffen versprochen. Nun ist Kunigundes Habgier bewiesen.


zweiter Schauplatz: Holunderstrauch am Fuß der Burgmauer, Käthchens Bleibe, wo ihre Wäsche hängt


IV,2 & IV,3
Im Zentrum: 1. Monolog des Grafen vom Strahl (ca. 1 Seite)

2. Dialog mit dem somnambulen Käthchen (metaphysische Erkenntnis: sie sind füreinander bestimmt)


1. Der Graf vom Strahl ist auf dem Weg zu Käthchens Bleibe. Er will endlich verstehen, was es mit ihrem Wahn auf sich hat. Er bereut, wie grob er mit ihr umgegangen ist.
2. Von Gottschalk weiß er, dass Käthchen im Schlaf spricht. Deshalb will er sie in Form eines Experiments aushorchen. Er erkennt, dass ihre Liebe zu ihm auch im Unterbewusstsein existiert. Sie sagt ihm, dass sie heiraten werden. Das weiß sie von einer Magd namens Mariane und habe sich in ihrem Silvestertraum bestätigt, vor knapp anderthalb Jahren. Da sei ihr er und ein Cherub erschienen.
Er erkennt, dass sie vom selben Traum spricht, den er geträumt hat.
Eine erste Annäherung findet statt: Sie darf von jetzt an in der Burg wohnen.


dritter Schauplatz: vor und in einer Grotte


IV,4 bis IV,8 Das Rätsel um Kunigunde (ca. 5 Seiten)


IV,4: Kunigunde und Rosalie (Spannungsbogen I)


Kunigunde will in der Grotte ein Bad nehmen. Sie ist »von Kopf zu Fuß in einen feuerfarbnen Schleier verhüllt«.

IV,5: Rosalie und Eleonore (Spannungsbogen II)


Das Gespräch der beiden Zofen ergibt, dass Kunigunde und Käthchen gleichzeitig ihr Bad in der Grotte nehmen, was Rosalie entsetzt.

IV,6: Rosalie, Käthchen und Eleonore (Spannungsbogen III)


Rosalie droht Käthchen, sie dürfe nicht ausssprechen, was sie gesehen hat.

IV,7: Käthchen und Eleonore (Spannungsbogen IV)


Käthchen will zum Grafen, flüchtet vor Kunigunde.

IV,8: Kunigunde und Rosalie (Spannungsbogen V)


Kunigunde gibt Rosalie den Auftrag, Käthchen zu vergiften. Sie darf ihr Geheimnis nicht verraten.

Dritter Akt: Übersicht und Struktur

Dritter Akt

mehrere Schauplätze

erster Schauplatz: Gebirg und Wald. Eine Einsiedelei


III,1
im Zentrum: Dialog zwischen Käthchen und Theobald wegen ihrer Zukunft (ca. 4 Seiten)


Käthchen, in trüber Stimmung, ist mit ihrem Vater und Gottfried Friedeborn (ihrem beleidigten Bräutigam in spe) auf dem Weg in ein Kloster. Nachdem ihr der Graf vom Strahl verboten hat, in seiner Nähe zu bleiben, sieht Käthchen in diesem Rückzug als Nonne die einzige Daseinsform.
Der Vater spürt Käthchens Trauer und will sie von diesem Schritt abhalten: er bietet ihr an, beim Grafen zu bleiben, sofern dieser es gestattet. Dieses großzügige Angebot löst bei ihr etwas Seltsames aus: nun will sie plötzlich nicht mehr ins Kloster, sondern mit dem Vater zurück nach Heilbronn und heiraten, wen auch immer er für sie aussucht. Was nun, Käthchen?
Vor der Umkehr werden sie im Kloster übernachten, bei Prior Hatto. (Wichtig für die weitere Handlung)


zweiter Schauplatz: Eine Herberge


III,2 bis III,4
Im Zentrum: Dialog eines zerknirschten Eifersüchtigen (ca. 4 Seiten)


Der Rheingraf vom Stein tobt aus Eifersucht wegen Kunigundes Liaison mit dem Grafen vom Strahl. Er plant einen Rachefeldzug, will Schadensersatz.
Er schickt zwei Boten mit je einem Brief los, einen an seinen Beichtvater, den Prior Hatto (!), einen an den Hauswart von Kunigundes Burg, den er offensichtlich zu kennen scheint.
Konfusion, ob die beiden Briefe richtig adressiert sind. (Wichtig für die weitere Handlung)


dritter Schauplatz: Burg von Thurneck

III,5 & III,6
Im Zentrum: Käthchen im hastigen Dialog mit Gottfried und dem Grafen (ca. 6 Seiten)


Der Graf vom Strahl und Gottfried halten sich in Kunigundes Burg auf.
Käthchen klopft an. Sie will vor dem Überfall des Rheingrafen warnen.  Sie gelangte in den Besitz des Briefs vom Rheingraf vom Stein an den Hauswart, der irrtümlicherweise an Prior Hatto gelangte. Der Graf ist missmutig über Käthchens Rückkehr und wehrt sie zunächst ab, ist dann aber sehr dankbar für die Nachricht.

III,7 bis III,11
Im Zentrum: Käthchen hilft dem Grafen im Chaos (ca. 3 Seiten)


Alarm! Attacke! die Burg steht in Flammen. Der Graf vom Strahl alarmiert Gottfried, Käthchen erweist sich erneut als hilfreich und reicht ihm die Waffen, was ihn wieder aufregt.

III,12
Im Zentrum: Kunigunde und Käthchen und der Gang in Feuer (ca. 1 Seite)


Kunigunde jammert, weil ein geschenktes Portraits des Grafen zu verbrennen droht. Käthchen bietet sich an,  es aus dem Feuer zu holen, der Graf versucht ihr das auszureden, Kunigunde besteht darauf.

III,13 & III,14
Im Zentrum: Käthchen im Feuer und der Graf will sie retten (ca. 4 Seiten)


Der Graf macht sich Sorgen um Käthchen, Kunigunde wird misstrauisch. Kunigunde hat ihr den falschen Schlüssel mitgegeben.
Der Graf will ins brennende Haus um Käthchen zu retten, doch das Haus stürzt ein.
Käthchen erscheint mit dem eingerollten Portrait, hinter ihr ein Engel. Tadaaa!

III,15 & III,16
Im Zentrum: Strahl und Käthchen vs. Kunigunde (ca. 4 Seiten)


Der Graf wähnt Käthchen zunächst tot und ist am Boden zerstört. Dann wird sie gefunden. Kunigunde schimpft mit Käthchen, weil sie nur das Portrait hat, nicht das Futteral, um das ihr angeblich ging. Der Graf ist angewidert angesichts so viel Undanks.
Der Rheingraf zieht geschlagen ab.

Sonntag, 27. September 2015

Zweiter Akt: Übersicht und Struktur

Zweiter Akt

mehrere Schauplätze

erster Schauplatz: im Wald vor der Höhle des Femegerichts


II,1
Monolog des Grafen (ca. 2 Seiten)


Der Graf beklagt, dass er Käthchen nicht begehrt, obwohl er sie liebt und sie eigentlich eine Traumfrau ist (»makellos an Leib und Seele«).

II,2 & II,3
Erneute Fehde: Der Graf im Dialog mit einem Boten (ca. 3 Seiten)


Flammberg, ein Bote von Schloß Wetterstrahl, berichtet, dass dem Grafen erneut ein Angriff droht, der Rheingraf erklärt ihm im Namen von Kunigunde von Thurneck den Krieg (Fehde). Das ist bereits der dritte, der das in ihrem Namen tut.
Der Graf regt sich fürchterlich auf, die Forderungen seien lächerlich, und es sei einzig Kunigundes kleopatrahafte Gabe, Männer um den Finger zu wickeln, die ihm diese Sorgen bereitet.
Er beschließt einen Rachefeldzug gegen Kunigunde.


zweiter Schauplatz: im Gebirge bei einem heftigen Gewitter

II,4 bis II,6
Die Widersacher unter sich, eine kuriose Entführung (ca. 5 Seiten)

Einführungsszene:
der Burggraf von Freiburg und sein Freund Georg von Waldstätten haben die ohnmächtige Kunigunde entführt und suchen in einer Hütte Schutz vor dem Gewitter. Sie geben sich als Jerusalemkrieger aus. Der Burggraf erzählt Georg von seiner unerwiderten Liebe zu Kunigunde und seinem Vorhaben: er will sich an ihr rächen, indem er sie vor allen bloßstellt. 

II,7 & II,8
Ein erster Zweikampf und eine kuriose Begegnung (ca. 9 Seiten)

Wie der Zufall es will, bitten Graf Wetter vom Strahl und Flammberg in derselben Hütte um Schutz.
Dort kommt es ausgerechnet zu einer Kampf zwischen den beiden Grafen, dabei sind beide im Grunde beide Gegner Kunigundes. Sie kennen ihre Identitäten voneinander nicht. Dasselbe gilt für Kunigunde und Graf Wetter vom Strahl:
Kunigunde bittet die Neuankömmlinge um Hilfe. Der Burggraf von Freiburg legt sich mit Graf vom Strahl an und wird von ihm im Kampf besiegt. Kundigunde und Graf Wetter vom Strahl stellen sich einander vor und sind beide fassungslos, in diese Situation gekommen zu sein.

Kunigunde rauft sich als erste zusammen, sie dankt den Grafen für seine Hilfe und stellt ihm einen großen Lohn in Aussicht.

dritter Schauplatz: Schloß Wetterstrahl

II,9 bis II,11
Der Traum des Grafen vom Strahl und Kunigundes Absichten (ca. 5 Seiten)


Vor dem Schminktisch: Kunigunde wird von ihrer Bediensten Rosalie und von Brigitte, der Bediensteten des Grafen, zurechtgemacht. Rosalie bittet Brigitte, Kunigunde von dem Fiebertraum des Grafen und einer Engelserscheinung zu erzählen, die ihm seine zukünftige Gattin offenbart. Sie dichtet Kunigunde eine Verwandtschaft mit dem ehemaligen Kaiser an. Brigitte muss Rosalie davon erzählt haben und nun wittert Rosalie darin die Chance, dass Kunigunde nun für den Grafen Wetter vom Strahl interessant ist: Augenscheinlich wird Kunigunde nun für diese Frau gehalten, was Kunigunde selbst ziemlich überrascht. Ein Kriterium ist die Verwandtschaft mit dem oder einem Kaiser. Sie erfüllt diese Bedingung mit einer gewissen Einschränkung, sie ist eine Urenkelin eines ehemaligen Kaisers.
Kunigunde führt etwas im Schilde, sie fragt Rosalie nach Urkunden, bei denen es sich vermutlich um Dokumente handelt, sie mit Besitzansprüche und Beglaubigungen zu tun haben, weshalb sie sich ja mit dem Grafen ursprünglich zu streiten scheint.
Als sich die Mutter des Grafen zu Besuch anmeldet, versteckt sie die Dokumente.


II,12 & II,13
die Streitigkeiten werden offiziell beigelegt (ca. 4 Seiten)


Die Mutter des Grafen und Kunigunde tauschen Nettigkeiten aus.
Als der Graf hinzukommt, geht es um die vergangenen Konflikte, die nun beigelegt werden sollen. der Graf bietet an, jeglicher Forderung nachzukommen, sollte eine zu Recht bestehen.
Kunigunde zerreißt die Dokumente, die ihre Forderungen bestätigen.
Sie scheint nun auf eine neue Karte zu setzen: Ehe statt Krieg.
Der Graf scheint nun bereit, sie zu ehelichen. 

Erster Akt: Übersicht und Struktur

Erster Akt

vor dem Femegericht: Theobald Friedeborn, Graf Wetter vom Strahl, Käthchen


I,1 

Im Zentrum: zwei Monologe, die die Vorgeschichte nacherzählen (ca. 8 Seiten)


Theobald klagt Graf Wetter vom Strahl vor dem Femegericht an. Der Graf habe Käthchen, Friedeborns Tochter, verführt oder verhext. Jedenfalls laufe sie ihm seit einer zufälligen Begegnung vor einiger Zeit nach wie ein Hund seinem Herrn.
Er beschreibt seine Tochter als hübsch, begehrt und beliebt. Sie ist einem jungen Mann versprochen, die Hochzeit soll im kommenden Jahr stattfinden, wenn sie 16 ist.
Nacherzählung der Begegnung zwischen Käthchen und dem Grafen:
Der Graf ließ sich in der Werkstatt des Waffenschmieds die Rüstung reparieren, Käthchen erblickt ihn und ist wie vom Donner gerührt. Als der Graf wieder geht, stürzt sie ihm aus dem Fenster hinterher und bricht sich dabei beide Beine. Kaum kann sie wieder gehen, verlässt sie den Vater in Richtung Graf. Seither folgt sie ihm in einem kurzen Kleidchen und einem Strohhut auf, sonst nichts.

Der Graf erzählt, wie sie ihm gefolgt sei und er sich ihrer angenommen hat, wie er ihren Vater benachrichtigt hat und dieser sie abholen wollte. Darauf bat sie den Grafen, sie vor ihrem Vater zu schützen.

Die Femerichter vermuten, dass Käthchen unter Drogen stehen muss und mutmaßen darüber, wer sie dem Käthchen verabreicht hat.
Theobald hat den Verdacht, seine Tochter sei vom Grafen geschwängert worden.
Der Graf weist beide Vorwürfe weit von sich.


I,2 

Im Zentrum: ein sehr emotionaler Dialog zwischen Käthchen und dem Grafen (ca. 11 Seiten)


Käthchen tritt vor das Gericht, sie wirkt benommen, abwesend, wie in Trance.
Sie schämt sich, auf die Frage nach ihren Motiven zu antworten, das sei etwas Privates, dem Grafen gegenüber allerdings würde sie sich dazu äußern.

Der Graf versucht ihr ihr Geheimnis zu entlocken – der Dialog hat etwas von einer Stichomythie, kurze Aussagen folgen schnell aufeinander.
Einleitend sagt sie, sie wisse es selber nicht.
Danach befragt er sie drängend und forschend, zum Teil suggestiv, so dass sie unsicher wird, zögert, sich korrigiert. Er verfolgt die Strategie, wonach Angriff die beste Verteidigung ist. Er geht von dem Verdacht ihres Vaters aus, sich an ihr vergangen zu haben und bedrängt sie, das zu bestätigen.
Seine Rechnung geht auf: ihr dauernder Widerspruch beweist das Gegenteil, also seine Unschuld. Er treibt dieses Spiel so weit, bis sie weint. Dann unterbrechen ihn die Richter.
Dann wollen sie doch wissen, was genau sich in dem Stall zugetragen hat (wo sich de facto ja gar nichts zugetragen hat), und das Spiel geht nochmals los.
Es stellt sich heraus, dass der Graf unwillig war und sie auf mehrere Arten loswerden wollte, sie war dazu aber nicht dazu zu bewegen.

Damit ist zweierlei bewiesen:
1. Er hat sich nichts zu schulden kommen lassen, hat alles richtig gemacht, sich korrekt verhalten. 2. 2. Käthchen ist besessen. Ihr war nicht beizukommen, sie beharrte darauf, in seiner Nähe zu bleiben, selbst wenn er ihr mit Gewalt drohte.

Die Femerichter sprechen den Grafen frei von Schuld.
Theobald kann es nicht fassen. Er sieht genau in dem Umstand, dass der Graf nichts getan hat, den Beweis dafür, dass er der Teufel, der "Satan" sei.
Der Graf bittet Käthchen, aus Liebe zu ihm nach Heilbronn zurückzukehren.
Sie gesteht es ihm zu – und wird sofort ohnmächtig. Es scheint, als wäre diese Forderung derart gegen ihren inneren Willen, dass ihr Körper sofort reagiert und ihr den Dienst versagt.

»Ach!« – Mit einem Stoßseufzer kommt Käthchen wieder zu sich, womöglich wird ihr die harte Realität bewusst, dass sie nun wieder zum Vater muss und nicht mehr beim Grafen sein kann.